Kultur in nervösen Zeiten III: Zeichen setzen

Der Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin lädt ein zur dritten Podiumsdiskussion der Veranstaltungsreihe „Kultur in nervösen Zeiten“

Zeichen setzen

Thomas Kilpper, "Entwurzelt", Foto: Nihad Nino Pušija

Foto: Nihad Nino Pušija

Samstag, 26. Mai 2018, 18 Uhr
Galerie im Körnerpark
Schierker Str. 8, 12051 Berlin

Die Podiumsdiskussion anlässlich der Ausstellung „Entwurzelt“ von Thomas Kilpper fragt danach, wie Kunst zu Rassismus und rechter Gewalt Stellung nehmen kann. Wie widerständig ist Kunst? Warum engangieren sich Künstler*innen politisch? Welche Strategien haben sie und was können diese bewirken?

Es sprechen:
•    Ercan Arslan, Künstler, Mitarbeiter an der Skulptur zum Gedenken an Burak Bektaş in Berlin-Neukölln
•    Ayşe Güleç, Mitbegründerin der Friends of Halit in Kassel
•    Marina Naprushkina, Künstlerin und Aktivistin, Gründerin der Neuen Nachbarschaft // Moabit
•    Thomas Kilpper, Künstler
•    Dorothee Bienert, Leiterin der Galerie im Körnerpark

Moderation: Ingo Arend, Autor und Kritiker

Ausstellung

Thomas Kilpper
ENTWURZELT
Sozialer Zusammenhalt und Solidarität scheinen heute mehr denn je brüchig geworden zu sein. Weltweit werden die Gesellschaften mit nationalistischen Tendenzen konfrontiert. In der öffentlichen Wahrnehmung von Flucht und Zuwanderung stehen meist die Herausforderungen für die Gesellschaft im Mittelpunkt. Der Künstler Thomas Kilpper setzt dem eine andere Perspektive entgegen: Was bedeutet der Verlust von Heimat für Geflüchtete? Wird der sozialen Entwurzelung, die Flucht bedeutet, durch die Menschen in den Ankunftsorten etwas entgegengesetzt, oder wird sie gar verstärkt? Kann Entwurzelung auch neue Chancen eröffnen?
Den Anfang der Ausstellung markiert Thomas Kilppers neue Serie „Burnout“ mit Kohlezeichnungen brennender Flüchtlingsunterkünfte. Als Herzstück der Ausstellung entsteht ein entwurzelter Baum unter Verwendung von Teilen des alten Ahornbaumes, der bei einem Sturm im Sommer 2017 vor der Galerie im Körnerpark umstürzte. In diese raumgreifende Installation integriert der Künstler neue Holzschnitte, Porträts von Menschen, die rassistischer Gewalt ausgesetzt waren oder sich dagegen wehrten. Neben eindeutig rechtsextremen Anschlägen und Übergriffen lenkt er ein besonderes Augenmerk auf Fälle, in denen Rassismus als Tatmotiv vermutet wird, wie bei den Morden an Burak Bektaş und Luke Holland in Neukölln. Thomas Kilpper versteht seine Installation als Kritik an der Gewalt, aber auch als Impuls für ein offenes und solidarisches Zusammenleben.
Ausstellung vom 28. April bis 4. Juli 2018

Kultur in nervösen Zeiten. Eine Veranstaltungsreihe des Arbeitskreises der Kommunalen Galerien Berlin zu aktuellen kulturpolitischen Themen.

Mit freundlicher Unterstützung des Bezirkskulturfonds und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa