Galerie im Saalbau

21.08.
03.10.

Von offenen Narben und verhüllten Geweben
Textil als Sprache der Resilienz

Von offenen Narben und verhüllten Geweben. Textil als Sprache der Resilienz
Von offenen Narben und verhüllten Geweben, © Valentina Nadwornicek

Nar·be
/Nárbe/
Substantiv, feminin [die]
Auf der Hautoberfläche sichtbare Spur einer verheilten Wunde

Bei traumatischen und gewaltvollen Verletzungen, die mit Durchtrennungen oder Verlust von Gewebe einhergehen, entstehen Wunden. Wunden an unserem Körper. Wunden an unserer Seele.

Gewalt gegen Frauen* ist eine der am weitesten verbreiteten und weltweit am tiefsten in den Gesellschaften verankerten Menschenrechtsverletzungen, die noch immer Hindernis ist für die Verwirklichung von Gleichheit, Frieden und Frauenrechten. Physische und psychische Gewalt prägt den Alltag von Frauen* aus allen Schichten und wird weiterhin geduldet, ignoriert und instrumentalisiert – auch hier in Berlin-Neukölln.

Größere Verletzungen heilen ohne Unterstützung nur sehr langsam, weshalb sie genäht werden. Narben sind die sichtbaren Spuren dieser verheilten Wunden.

Die Künstlerinnen der Ausstellung legen mit sichtbaren Nähten ihre persönlichen Narben offen und geben Einblicke in die Strategien der Selbsterhaltung und der Heilung. Nähte, die sichtbaren Spuren im Gewebe, verdeutlichen den Prozess der künstlerischen Arbeit und der damit einhergehenden Wundheilung. Die Geschichten der Frauen* werden sichtbar, die sich hinter dem Stoff versteckt haben – die von dem Stoff versteckt wurden. Die handgenähten Textilarbeiten zeugen von Widerstandskraft und dem kollektiven Protest gegen Unsichtbarkeit, Unterdrückung und Gewalt.

Eröffnung: 20.8.2021, 18 – 21 Uhr

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