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02.10.26
17:15–18:00

Biting – Selin Davasse

Performance
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Selin Davasse, Foto: Riccardo Banfi

In Biting verleibt sich Selin Davasse die Stimmen domestizierter Tiere ein: Stadttaube, Labormaus und Honigbiene. Auch die Texte nehmen deren Formen an: Jeder Monolog folgt der Logik, dem Rhythmus und der Bewegung seines Tieres – wippend wie die Taube, fliehend wie die Maus, schwärmend wie die Biene. Biting zeichnet Verflechtungen von Animalität, Sprache und Kapital nach und geht davon aus, dass Redefiguren tierisch sind, bevor sie figurativ werden. Selbst Begriffe wie capital, brand und stock wurzeln in der Tierhaltung.
In ihren Performances untersucht Davasse implizite Verträge der Gastfreundschaft, Domestizierung und Arbeit, die zwischen einer bestialisch-femininen Fremden, heterogenen Öffentlichkeiten und den gastgebenden Institutionen entstehen. Indem sie zwischen Personae mit eigener Grammatik und Körperlichkeit wechselt, übersetzt sie Denksysteme in intime Äußerungen zwischen Sprache und Gesang.

Biting knüpft an frühere Performances an und entwickelt diese weiter. In der vorliegenden Fassung wird die Arbeit erstmals gezeigt.