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Event Category: Ausstellung

Mukenge/Schellhammer. Fleshy Works

Mukenge/Schellhammer ist ein Künstlerduo, bestehend aus Christ Mukenge (*1988, Kinshasa, DR Kongo) und Lydia Schellhammer (*1992, Konstanz, Deutschland). Sie leben und arbeiten zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Deutschland. Ihre künstlerische Praxis ist geprägt von einer dynamischen Konfrontation von kongolesischen und westlichen Kunsttraditionen. Mukenge/Schellhammer loten neue Möglichkeiten der Malerei im postdigitalen Zeitalter aus und erweitern ihren malerischen Ansatz auf verschiedene Medien, darunter AR, VR, Video und Performance.

Mukenge_Schellhammer_Fleshy Works
Grafik: Benjamin Friedl

DIE KIDS SIND NICHT ALRIGHT! 2

Grafik für Kids2
Grafik: Benjamin Friedl

Die Fortsetzung der Gruppenausstellung Die Kids sind nicht alright! 2 widmet sich einer Künstler:innen-Generation, die den Mauerfall nicht bewusst erlebt hat, die Jahre danach jedoch als prägend empfindet. Die Künstler:innen sind in Ostdeutschland aufgewachsen und setzen sich mit ihrer Sozialisation auseinander. Zugleich versammelt die Ausstellung Künstler:innen, die heute in Ostdeutschland leben oder dort gelebt haben und in ihren Arbeiten die Geschichte der innerdeutschen Teilung und deren bis heute spürbaren Folgen reflektieren.
 
Die Ausstellung richtet den Blick auch auf jene Geschichten, die im öffentlichen Erinnern lange marginalisiert oder vergessen wurden: die Lebensleistungen von DDR-Vertragsarbeitenden, den Hass und die Ausgrenzung gegenüber Menschen, die als „anders“ wahrgenommen werden, sowie den Ausschluss migrantischer Biografien und Stimmen aus der deutschen Erinnerungskultur. Diese Erfahrungen sind nicht allein Teil der Vergangenheit, ihre Folgen und Kontinuitäten sind bis heute gesellschaftliche Realität.

Präsentiert werden in der Ausstellung Werke von Anna Sophia Barth (*1988 in Saalfeld), Clara Maria Bennewitz (*1999 in Bonn), Arijit Bhattacharyya (*1994 in Bally, Indien), Malte Fröhlich (*1987 in Ostberlin), Minh Duc Pham (*1991 in Schlema), Maria Kindling (*1985 in Halle), Eric Meier (*1989 in Ostberlin), Manuel Sékou (*1991 in Dresden).

Silberstreif

Friebel_Motiv Einladungskarte
o. T. (02.08.1954), aus der Arbeit „Silberstreif”, 2026 © Daniela Friebel

Die Ausstellung Silberstreif der Künstlerin Daniela Friebel basiert auf dem Nachlass eines ostdeutschen Teilchenphysikers aus der Anfangsphase des geteilten Deutschlands. Die Briefe und Fotografien zeichnen das Coming-of-Age eines jungen Mannes nach, der sich in einer historischen Umbruchszeit intellektuell und existenziell verortet. Die physische Substanz der Dokumente – Faltungen, Schriftzüge, Stanzungen – wird zum Bildträger, zum Zeichen und zur Metapher. Aus der persönlichen Korrespondenz entstehen visuelle Verdichtungen, die über das Biografische hinausweisen und grundlegende Fragen nach Freiheit, Willkür und Verantwortung in den damaligen Zeiten politischer Verhärtung stellen.

FRACTURE

Das Oberthema lautet in diesem Jahr „FRACTURE”. Der Begriff verweist auf Brüche und Risse, die sich sowohl in inhaltlichen Fragestellungen als auch in Materialien, der Umsetzung und technischen Verfahren zeigen können. Der Bruch erscheint dabei als Erfahrung und als künstlerisches Mittel zugleich: als Fragmentierung, Unterbrechung oder Verschiebung, die die Wahrnehmung verändert. Zu sehen sind Werke aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Textil und Video.

Cornelia Herfurtner – Ihr denkt ich habe Macht, aber meine Macht ist begrenzt, 2025-2026, Foto Michelle Mantel, 2026
Cornelia Herfurtner – Ihr denkt ich habe Macht, aber meine Macht ist begrenzt, 2025–2026, Foto: Michelle Mantel, 2026

Controlled Burn

Die in Berlin lebende serbische Künstlerin und Fotografin Mirjana Vrbaški (*1978) bearbeitet für ihre Ausstellung Controlled Burn Naturfotografien, überführt diese auf Holzplatten und verkohlt anschließend das Bild. Mittels dieses Prozesses untersucht sie das Element Feuer als zerstörerische wie transformative Kraft, aus der neues Leben und neue Bildräume entstehen. Aus dieser kontrollierten Auseinandersetzung mit dem Feuer entwickelt sie darüber hinausgehend fotografische Arbeiten, Werke auf Glas sowie Holzskulpturen. Die Ausstellung eröffnet einen Reflexionsraum, in dem Zerstörung und Neuschöpfung, Entstehen und Vergehen auf neue Weise erfahrbar werden.

Mirjana Vrbaški_CB1, 2026, Charred UV print on wood
CB1, 2026 © Mirjana Vrbaški

Die Mütter

Die Ausstellung Die Mütter, kuratiert von Christine Nippe, bringt Werke von Isaac Chong Wai und Käthe Kollwitz in einen generationsübergreifenden, posthumen Dialog. Der Lebenszyklus in seiner Verletzlichkeit und Widerstandskraft, die Beziehung zwischen Müttern und ihren Kindern in Zeiten von Kriegen und Konflikten, die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Welche Gefühle der Schuld, Trauer und Wut werden wachgerufen? Wie können Erinnerung und Trauer über Generationen hinweg weitergetragen werden?

Press Print breathing marks
Breath Marks: Mother with Her Dead Son (2022) by Isaac Chong Wai. Courtesy of Kunstpreis der Stadt Nordhorn 2024, Zilberman, Istanbul/Berlin and the artist

Antje Majewski & Jen Tiger – Osage Orange

Antje Majewski, Shelterbelts
Antje Majewski, Shelterbelts, 2026, © Antje Majewski / VG Bild-Kunst, Bonn, courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin, Foto: Jens Ziehe, Berlin

Die Ausstellung Osage Orange der Künstlerinnen Antje Majewski und Jen Tiger erzählt anhand eines Baums, des Osagedorns, eine Geschichte, welche die indigene Kultur, die Kolonialisierung durch europäische Siedler:innen, Landnutzung und ökologische Katastrophen miteinander verwebt. Gezeigt werden Malereien, Collagen, Metall- und Videoarbeiten.

Jen Tiger – They Have No Heart for God
Jen Tiger, They Have No Heart for God, 2017, © Jen Tiger, Foto: Jen Tiger

Half Life Chornobylv

 Am 26. April 1986 ereignete sich im AKW Tschornobyl der bis dahin größte anzunehmende Unfall der zivilen Nuklearnutzung. Der Fotograf Volker Kreidler war zehn Jahre später, im Jahr 1995, und dann nochmals 2015 und 2025 vor Ort und hat die Menschen, die Vegetation, die Umgebung und auch die politischen Entwicklungen dokumentiert. Die Ausstellung Half Life Chornobyl auf der Zitadelle Spandau stellt dieses Langzeitprojekt umfassend vor, als Manifest, das die Grenzen der Beherrschbarkeit unserer hochtechnisierten Welt visualisiert.

Volker Kreidler_Kyjiw 1995
Volker Kreidler, Kyjiw 1995

Experiment und Eigensinn

Lockemann Mohr Pool
Ingeborg Lockemann/Elke Mohr: Paintings: Pool, Skaterpark Beelitz, Straße des Aufbaus/Brandenburg, 2024

Seit 1997 vergibt der Freundeskreis der Kunsthochschule, die Mart Stam Gesellschaft, jedes Jahr den Mart Stam Preis für herausragende Abschlussarbeiten aller Fachrichtungen; er setzt sich damit über die übliche Trennung von Kunst und Design hinweg. Benannt ist der Freundeskreis nach dem niederländischen Architekten Mart Stam (1899–1986), der von 1950 bis 1952 Direktor der Kunsthochschule war. Stam gehörte zu den Pionieren der Moderne, die ihre Tätigkeit in einem gesellschaftlichen Zusammenhang sahen.

Wenn Tiere sprechen könnten

Funda Özgünaydın (*1978 in Frankfurt/Main) arbeitet ausgehend von einem umfangreichen künstlerischen Materialarchiv an hybriden Bildrealitäten, die durch das Collagieren, Dekonstruieren und (Neu‑)Konstruieren von heterogenen Elementen entstehen. In einem permanenten Wechselspiel zwischen fotografischer Vorlage, Materialapplikationen und subjektiver Übermalung generiert die Künstlerin neue Perspektiven auf Bildkonventionen und etablierte Narrative. Dabei verschwimmen Gattungsgrenzen ebenso wie die Texturen künstlerischer Techniken.

Funda Deer Bird Duo I
Funda Özgünaydın, Deer-Bird Duo I, Pigmente auf Baumwollpapier, 2026 © Foto: Funda Özgünaydın