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Event Category: Performance

Alessandra Eramo – Solo for voice and tape

Alessandra Eramo © Camille Blake
© Camille Blake

Vielleicht beginnt eine Stimme nicht im Mund. Vielleicht beginnt sie im Stein, in einer Wand, in einem Atemzug, in der Erinnerung eines Raumes.
In ihrer Performance Solo for voice and tape verbindet Alessandra Eramo Stimme, Körper und Raum. Die Stimme löst sich dabei von Sprache und wird zu Klang, Geräusch, Rhythmus und Bewegung. Sie dehnt sich aus, bricht, verwandelt sich und trifft auf ein Tonband, das Spuren von Erinnerung und Abwesenheit trägt.
Im Historischen Keller wird der Raum selbst zum Resonanzkörper. Was zunächst als Stimme beginnt, geht über in etwas Körperliches, Räumliches, vielleicht sogar Materielles.
In der Begegnung mit Margarita Wenzels Installation entsteht eine Bewegung zwischen Material und Stimme, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen dem, was sichtbar ist, und dem, was sich erst im Hören eröffnet.
Vielleicht beginnt hier auch die Stimme des Raumes.

Alessandra Eramo ist eine in Berlin lebende Klangkünstlerin und Vokalistin. In ihren Performances, Installationen, Arbeiten der Lautpoesie, Radiokunst und Videos erforscht sie die verborgenen akustischen Möglichkeiten der Stimme und des Geräuschs. Ihre Arbeiten kreisen um Körper, Erinnerung, Migration und Ökologie und entstehen häufig in Auseinandersetzung mit spezifischen Räumen. Eramo hat international in Museen, Galerien und auf Festivals für experimentelle Musik gearbeitet, unter anderem bei MaerzMusik Berlin, Deutschlandfunk Kultur Klangkunst und der Biennale di Venezia.

Im Rahmen der Ausstellung You are here since you left von Margarita Wenzel

JOKAklubi Beauty Contest

Im Rahmen der Finissage der Ausstellung „MORE THAN BEAUTY“, die eine Neudefinierung des Blicks auf den weiblichen Körper jenseits seiner reinen Ästhetisierung versucht, widmet sich die finnisch-deutsche Künstlergruppe JOKAklubi dem Thema Schönheitswettbewerbe. Bekannt für ihre unvorhersehbaren, chaotischen und fesselnden Performances und getragen von kollegialen Freundschaften und ihrem Gemeinschaftsgeist folgend, haben sie Gastkünstler*innen eingeladen, sich künstlerisch mit der langen Tradition auseinanderzusetzen, Frauen anhand ihres Aussehens zu bewerten.
 
Zu den Mitgliedern von JOKAklubi gehören die bildenden Künstlerinnen Niina Lehtonen Braun, Tellervo Kalleinen und Mirka Raito.

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Performance JOKAklubi Theory Show, ASC Gallery, London, 2022 Foto: Timothy Haccius

Biting – Selin Davasse

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Selin Davasse, Foto: Riccardo Banfi

In Biting verleibt sich Selin Davasse die Stimmen domestizierter Tiere ein: Stadttaube, Labormaus und Honigbiene. Auch die Texte nehmen deren Formen an: Jeder Monolog folgt der Logik, dem Rhythmus und der Bewegung seines Tieres – wippend wie die Taube, fliehend wie die Maus, schwärmend wie die Biene. Biting zeichnet Verflechtungen von Animalität, Sprache und Kapital nach und geht davon aus, dass Redefiguren tierisch sind, bevor sie figurativ werden. Selbst Begriffe wie capital, brand und stock wurzeln in der Tierhaltung.
In ihren Performances untersucht Davasse implizite Verträge der Gastfreundschaft, Domestizierung und Arbeit, die zwischen einer bestialisch-femininen Fremden, heterogenen Öffentlichkeiten und den gastgebenden Institutionen entstehen. Indem sie zwischen Personae mit eigener Grammatik und Körperlichkeit wechselt, übersetzt sie Denksysteme in intime Äußerungen zwischen Sprache und Gesang.

Biting knüpft an frühere Performances an und entwickelt diese weiter. In der vorliegenden Fassung wird die Arbeit erstmals gezeigt.

Opening Party

Die Kommunalen Galerien Berlin freuen sich, zur Opening Party der Kunstwoche einzuladen! Unter dem Motto „Together Now!“ feiern wir im ACUD MACHT NEU, das dieses Mal als externer Gastgeber das Publikum in seine besonderen Räumlichkeiten in der Veteranenstraße lockt. Kommen Sie zu dieser tollen Location und feiern Sie mit uns den Start der Kunstwoche! Es wird ein unvergesslicher Abend mit künstlerischen und musikalischen Highlights.

Programm

17:00 Einlass
17:00–23:00 Musik von DJs aus dem Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin: Cara June, DJ Siri B., Maria, luxilisbon, DJ Cap
17:15–18:00 Biting – Performance von Selin Davasse
18:00–19:00 Konzert von Carlo Karacho
21:00–23:00 DJ-Set von Edna Martinez

Friendship Fatigue

Friendship Fatigue fragt nach Solidarität damals wie heute. Die Arbeit steht im Kontext der (Nach‑)Wendezeit, doch ihre Fragen reichen bis in die Gegenwart, in der rechte Gesinnung wieder erstarkt. Während einer Performance von Minh Duc Pham wird ein Plastikstern mit Luft aufgepustet. Im Wechsel von Lesung und Aktion füllt sich die erschlaffte Hülle. Die Texte sind Gedichte, Briefe und weitere Schriften aus den Jahren 1990 und 1993, von Deutschen wie von Vertragsarbeiter:innen verfasst.

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Minh Duc Pham: Friendship Fatigue, 2025, aufblasbare Skulptur, 250 × 250 cm. Foto und Courtesy: Minh Duc Pham

Ausstellungseröffnung

Dagmar Aigner begleitet die Ausstellungseröffnung von Die Mütter mit einer Musik-Performance.

Die Musik-Performance beginnt um 19 Uhr.

Ausstellung
Die Ausstellung Die Mütter, kuratiert von Christine Nippe, bringt Werke von Isaac Chong Wai und Käthe Kollwitz in einen generationsübergreifenden, posthumen Dialog. Der Lebenszyklus in seiner Verletzlichkeit und Widerstandskraft, die Beziehung zwischen Müttern und ihren Kindern in Zeiten von Kriegen und Konflikten, die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Welche Gefühle der Schuld, Trauer und Wut werden wachgerufen? Wie können Erinnerung und Trauer über Generationen hinweg weitergetragen werden?

LET ME SHOW YOU SOMETHING BEAUTIFUL

Natalia Vatsadze
Natalia Vatsadze, LET ME SHOW YOU SOMETHING BEAUTIFUL, 2024, © Levan Adikashvili

LET ME SHOW YOU SOMETHING BEAUTIFUL ist eine unabhängige, mobile öffentliche Galerie, die von der georgischen Künstlerin und Kuratorin Natalia Vatsadze gegründet wurde. Sie dient als Plattform für Künstler:innen und Bürger:innen, um Ideen auszutauschen und sich mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen auseinanderzusetzen. Ohne feste Adresse wechselt die Initiative kontinuierlich ihre Standorte, wodurch die ausgestellte Kunst direkt in das alltägliche Umfeld eines vielfältigen Publikums rückt. Seit ihrer Gründung fördert die Galerie durch wechselnde Ausstellungen gezielt die politische und gesellschaftskritische künstlerische Praxis.

Children of Sodomy

Die Performance Children of Sodomy setzt sich mit queerer Verfolgung und den historischen Mechanismen der Hexenverfolgung auseinander. Zwei Performer:innen sind durch einen langen Haarzopf miteinander verbunden und kämpfen zunächst gegeneinander, bevor sie erkennen, dass Befreiung nur gemeinsam möglich ist. Haare stehen dabei für Identität, Gemeinschaft und Reclaiming. Die Performance hinterfragt außerdem die wechselvolle Bedeutung des Begriffs „Sodomie“ und dessen gesellschaftliche Instrumentalisierung.